Ringelblume & Ulivìs

Die Ringelblume, auch unter dem lateinischen Namen Calendula officinalis bekannt, kommt ursprünglich auch Nordafrika und hat sich später in der gesamten warm-gemäßigten Klimazone verbreitet.

Sie gehört zur Familie der Korbblütler. Phytochemisch gesehen ist die Ringelblume reich an:

– Calendusiden (Triterpen-Saponine) 2-10%

– Flavonoiden (0.8%) Quercetin, Rutin

– Triterpenoiden (neben Saponinen)

– Sesquiterpenen: Caryophyllene

– VHarz (3.4%)

– Vätherischen Ölen (0.4%)

– Polysacchariden und Schleimstoffen (1.5%)

– Carotinoiden (3%)

Die Pflanze wird seit Jahrtausenden genutzt und die filmbildende, schützende und wundheilende Wirkung des Ringelblumenextrakts auf der Haut wurde von verschiedenen Studien am Menschen bestätigt. Die häufigste phytotherapeutische Verwendung der Ringelblume ist aufgrund ihrer mildernden und heilenden Wirkung sicherlich die äußerliche Anwendung; dennoch kann der Phytokomplex auch innerlich angewendet werden. Vor allem die Ringelblumenessenz hat in vitro eine gewisse antimikrobielle Wirkung gezeigt, insbesondere bei Pseudomonas aeruginosa, Candida albicans und Staphylococcus aureus.

Eine vor kurzem veröffentlichte Studien am Menschen hat unterstrichen, dass das Ringelblumenextrakt Wunden schneller heilen lässt und eine entzündungshemmende Wirkung auf die Schleimhäute, vor allem im oralen und gastrischen Bereich, hat. Die Studie hat dabei die Wirkung von Ringelblumen bei Patienten mit durch Strahlentherapie hervorgerufenen Schleimhautentzündungen untersucht und gute Ergebnisse bei der Schmerzlinderung und der Verheilung von Wunden im Mund erzielt.

Der Phytokomplex soll dank seiner guten Expression der Fraktion von Polysacchariden zudem als Immunostimolans wirken.

Die Produkte von Ulivìs

Der Olivenbaum ist in der Geschichte der Medizin und der Pflanzenheilkunde des Mittelmeerraums schon seit Tausenden von Jahren präsent.

Der Olivenbaum ist mittlerweile auf der ganzen Welt von wesentlicher Bedeutung und spielt eine zentrale Rolle in der mediterranen Küche.

Der Olivenbaum ist ein “göttlicher” Baum, der ohne jegliche Pflege,  Pestizide Jahrtausende übersteht. Wenn man einen Olivenbaum ausgräbt und an einer anderen Stelle wieder einpflanzt, schlägt er zudem sofort Wurzeln.

Das ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass in seinen Baumsäften „weltweit einzigartige“ Substanzen vorhanden sind, die ihn schützen, bewahren und für seine außerordentliche Lebenskraft sorgen. Andere Pflanzen dieser Art gibt es nicht.

Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Studien, wissenschaftliche Untersuchungen und Experimente durchgeführt. Ziel war es dabei, die Substanzen und Elemente zu erforschen, die der Pflanze erlauben, mehrere tausend Jahre zu lebe, jedem Umwelteinfluss zu widerstehen  und über diese außergewöhnliche Lebenskraft zu verfügen.

Die Ergebnisse dieser Studien belegen die therapeutische Wirkung von Phytopräparaten aus den Olivenblattextrakten.

Die positiven Wirkungen der Olivenblätter wurden auch vom Gesundheitsministerium anerkannt, insbesondere bei der Anwendung als Antioxidationsmittel, bei Störungen des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels, zur Regulierung des Blutdrucks, zur Verbesserung des Blutkreislaufs und zur Körperentschlackung.

WIRKUNGSWEISE

Die detaillierte und ausführlich belegte phytochemische Studie hat zu einer immer genaueren Identifizierung der Zusammensetzung des Phytokomplexes der Olivenblätter geführt. Allerdings sind es nur einige wenige von den Hunderten Molekülen, die wie Instrumente eines Orchesters äußerst aktiv sind, synergisch und harmonisch auftreten und eine unglaublich effiziente Wirkung als Radikal-Fänger zeigen.

OLEUROPEIN ist das Hauptmolekül; es handelt sich um ein bitteres Glukosid, das als Antioxidationsmittel in Verbindung mit Flavonoiden und Phenolen eine stärkere Wirkung hat als Vitamin C und E.

HYDROXYTYROSOL ist ein natürliches Polyphenol. Es wirkt als Antioxidationsmittel und hemmt Oxidationsprozesse in Verbindung mit typisch degenerativen Krankheiten der Zellveränderung und -alterung (Arteriosklerose, Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Hydroxytyrosol fördert die Bildung von GLUTATHION, einem wichtigen Antioxidationsmittel, das von den Zellen unseres Körpers hergestellt wird.

TYROSOL ist ein wichtigstes Antioxidationsmittel. Es verbessert die allgemeine Stoffwechseltätigkeit (Leber, Muskeln, Herz), fördert die geistige Vitalität (Antistress- und Antidepressionsmittel) und steigert die Gedächtnisleistung. Zugleich reduziert es geistige Erschöpfung und steigert das Konzentrationsvermögen.

In Verbindung mit weiteren Phenolen hilft es beim Abnehmen. Denn durch die Stimulierung von Lipasen, die den Abbau von Fetten im Speichergewebe beschleunigen (Lipolyse) und sie in einfach abbaubares Fett verwandeln, wird Energie freigesetzt und gleichzeitig das Hungergefühl gesenkt. Außerdem wirkt es beruhigend bei Angstzuständen und appetitzügelnd bei nervösem Hunger.

ELENOLISCHE SÄURE ist ein Antioxidationsmittel, das den Blutkreislauf verbessert. In vitro hat es sich als bedeutendes antibakterielles und antivirales Mittel erwiesen.

RUTIN ist ein wichtiges Antioxidationsmittel. Es hilft bei der Bekämpfung von Krankheiten, angefangen von Hepatitis A und B bis hin zur Grippe. Es hilft bei Menstruations- und Kreislaufproblemen.

Es macht das Blut flüssiger und fördert die Gesundheit der Blutgefäße und des Herzens bei Übergewicht, Cholesterin und niedriger Laktosetoleranz.

DAS PRODUKT

ULIVÌS enthält neben Ringelblumen, Aloe und Birke ein wässriges Extrakt aus Olivenblättern (94%).

Die Herstellung erfolgt auf hoher Qualität, schont die Pflanze und bewahrt ihre Pflanzenstoffe.

ULIVÌS verkörpert den Reichtum der traditionellen Pflanzenheilkunde. Es enthält viele Polyphenole, ist völlig naturbelassen, wirksam und nicht toxisch.

DOSIERUNG UND ART DER ANWENDUNG:

70 ml (1 Messbecher) pro Tag, vorzugsweise morgens. Um die Wirkung zu optimieren und zu verstärken, sollte Ulivìs über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

ANMERKUNGEN:

Das Produkt ist nicht toxisch, hat keine Nebenwirkungen und keine kurz- oder langfristigen Kontraindikationen. Es wird jedoch empfohlen, das Produkt nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit einzunehmen. Eventuelle leichte Reaktionen, wie z. B. Juckreiz oder leichte Muskelschmerzen, in den ersten 5-10 Tagen sind auf die Tatsache zurückzuführen, dass Olivenblätter in kurzer Zeit große Mengen an Keimen bekämpfen. Die dabei entstehenden Giftstoffe werden vom Gewebe aufgenommen und können zu leichten Beschwerden führen, die gleich wieder verschwinden und lediglich ein Zeichen für die korrekte Funktionsweise des Produkts sind.

Die Flasche nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 20 Tagen aufbrauchen.

Dem ital. Gesundheitsministerium übermittelt.

Moor-Birke & Ulivìs

Die Moor-Birke (Betula pubescens) gehört zur Familie der Birkengewächse und wächst vor allem in gemäßigten und kalten Klimazonen. Sie besitzt einen bis zu 20 m hohen Stamm mit typisch weißer Rinder; die Blätter des laubabwerfenden Baums sind glatt, dreieckig und spitz zulaufend.

Die Birke wurde schon in der Antike als Heilmittel genutzt, vor allem bei Fieberzuständen. In jüngerer Zeit wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, um die traditionell überlieferten Wirkungen zu prüfen.

Der Phytokomplex wurde vollständig identifiziert und zeichnet sich durch Flavonoide (besonders Hyperosid), Glycoside aus Quercetin und aus Luteolin, Betulinsäure, Saponin, Tannine, Bitterglycoside, darunter Salicin, aus.

Letztere Gruppe, insbesondere das Salicin, ist für die fiebersenkende Wirkung verantwortlich, die der Birke traditionell zugeschrieben wird. Den Derivaten der Salicylsäure und den Flavonoiden ist die entzündungshemmende, schmerzlindernde, krampflösende und antibakterielle Wirkung der Pflanzenextrakte zuzuschreiben.

Der vermutete Wirkungsmechanismus beruht auf der Hemmung der Synthesen der Prostaglandine durch die Wirkung auf die zwei Cyclooxygenasen COX1 und COX2.

Eine weitere bedeutende Wirkung des Phytokomplexes der Birke ist die harntreibende Wirkung, die schon in der traditionellen Medizin erkannt wurde und von zahlreichen Studien der jüngeren Zeit bestätigt wurde.

Einige Studien in vitro haben gezeigt, dass das Extrakt aus Birkenrinde eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von neoplastischen Zellen und zugleich eine entzündungshemmende Wirkung hat.

Aloe Vera & Ulivìs

Aloe Vera ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen in der Unterfamilie der Affodillgewächse. Sie besitzt 30-50 cm lange, fleischige Blätter mit Zähnen an den Rändern; die rohrförmigen, gelb leuchtenden oder roten Blüten sind in Trauben am Ende eines dünnen Blütenstands angeordnet. Ursprünglich kommt die Pflanze aus Ostafrika; später hat sie sich in Nordafrika, in den Mittelmeerländern, auf der Arabischen Halbinsel und in China verbreitet.

Seit über 6000 Jahren wird der Aloe Heilkraft zugesprochen.

Schon auf sumerischen Tafeln, auf dem ägyptischen Papyrus Ebers und im „De materia medica” von Dioskorides, in dem eine ganze Monographie zu finden ist, finden sich Belege für die Aloe. Ihre Verwendung war bei den Hindus, Chinesen, Juden und Arabern verbreitet.

Der Phytokomplex des Aloe-Gels ist reich an Hydroxyanthracenen und Polysacchariden. Bei oraler Einnahme wirkt Aloe vor allem entzündungshemmend und als Immunostimolans.

Die entzündungshemmende Wirkung von Aloe-Gel wurde vielfach untersucht. Davis und Co. haben nachgewiesen, dass das Gel, dem Anthrachinonen entzogen wurden, wirksamer ist als unbehandeltes Gel. Davis und Maro vermuten, dass eine giberelline-ähnliche Substanz für die entzündungshemmende Wirkung von Aloe verantwortlich ist. Die Wirkungsmechanismen sind vielfältig: Hemmung der Umwandung von Histidin in Histamin in den Mastzellen durch Magnesiumlaktat (das die Histidincarboxylase hemmt); Hemmung der COX durch Salicylate; Hemmung von Thromboxan B2 und von Prostaglandine F2a mit Hemmung der kaskadenförmigen Entzündung.

Zweifellos bestätigt ist hingegen die immunmodulierende Wirkung durch die Polysaccharide der Pflanze. Der beschriebene Wirkungsmechanismus ist zweifacher Natur: Die Fraktion mit hoher molarer Masse hat eine Hemmwirkung auf die Komplemente, während die Fraktion mit niedriger molaren Masse auf den Wert der Neutrophile wirkt und ihre Freisetzung von freien Radikalen des Sauerstoffs wahrscheinlich durch eine Reduzierung der Verfügbarkeit von intrazellulärem Calcium hemmt.

Unter den zahlreichen Wirkungen von Aloe sind zwei klinische Studien zu erwähnen, die an Personen mit hohem Cholesterinspiegel durchgeführt wurden. Bei allen Testpersonen wurde am Ende der Behandlung ein weit niedrigerer Cholesterinspiegel gemessen.

Sicherheit des Extrakts aus Olivenblättern

Bei keiner der zahlreichen Studien ist es bei der Einnahme des Extrakts aus Olivenblättern in den vorgeschriebenen Mengen bisher zu Nebenwirkungen gekommen.

Bestätigt wird die Unschädlichkeit des Extrakts auch durch die Experimente an Tieren, bei denen untersucht wurde, ob eine erhöhte Dosis (LD 50) des Phytokomplexes zu Schäden führt. Nach sieben Tagen Behandlung mit erhöhten Mengen (1g/kg Körpergewicht) konnten die Forscher keinerlei Toxizität in den untersuchten Ratten feststellen. Auch bei Untersuchungen der menschlichen Zelllinien in vitro wurde bei einer Dosis von 1mg/ml keine Toxizität festgestellt.

Ulivìs: weitere aktive Moleküle von besonderem Interesse

Hydroxytyrosol

Hydroxytyrosol ist ein natürliches Polyphenol. Es schützt vor freien Radikalen und wirkt als Antioxidationsmittel. Es ist mit Tocopherol (Vitamin E) und Ascorbinsäure (Vitamin C) vergleichbar.

Außerdem hemmt es Oxidationsprozesse in Verbindung mit typisch degenerativen Krankheiten der Zellveränderung und -alterung, wie z. B. Arteriosklerose, Arthrose und Herz-Kreislauf-Störungen. Hydroxytyrosol kann auch eine positive Wirkung auf die Augen haben und das Risiko von Makuladegeneration reduzieren.

Hydroxytyrosol fördert die Bildung von Glutathion, einem wichtigen Antioxidationsmittel, das von den Zellen unseres Körpers hergestellt wird. Glutathion schützt die Zellen vor Schäden durch oxidativen Stress und reduziert den Melanogenese-Effekt, der durch UV-Strahlen gefördert wird.

Tyrosol

Tyrosol ist ein starkes Antioxidationsmittel, das den Monoaminspiegel (Dopamin, Adrenalin, Norepinephrin, Serotonin) und ihre Wirkung durch die Hemmung des für ihre Zersetzung verantwortlichen Enzyms beeinflusst. Dadurch verbessert sich die allgemeine Stoffwechseltätigkeit (Leber, Muskeln, Herz) und wird durch die Antistress- und Antidepressionswirkung das Gedächtnis- und Konzentrationsvermögen gesteigert. Dieselben Wirkstoffe wirken sich auch ausgleichend auf Opioidpeptide (Betaendorphine) aus und reduzieren so geistige Erschöpfung und steigern die geistige Vitalität, die Gedächtnisleistung sowie die physische Belastbarkeit und das körperliche Wohlbefinden. In Verbindung mit weiteren Phenolen reguliert es das Körpergewicht durch die Stimulierung bestimmter Lipasen, die für die Freisetzung von Fetten im Speichergewebe (Lipolyse) verantwortlich sind und für deren Verbrennung sorgen, wodurch Energie freigesetzt wird.

Bei einer Untersuchung von 130 übergewichtigen Personen konnte in drei Monaten ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 9 Kilo verzeichnet werden. Bei Patienten, die lange sitzen, konnte die Lipolyse um 17% erhöht werden, während der Wert bei Patienten, die Gymnastik und Sport machen, bei 44% lag.

Botanik, Taxonomie und Geschichte der Verwendung von Olivenblättern

Der Olivenbaum gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum.

Der immergrüne Baum kann bis zu 10 m hoch werden. Er besitzt eine helle Rinde. Die Blätter sind gegenständig, ganz, steif und lederartig, elliptisch und schmal, in manchen Fällen lanzettlich, und haben eine dunkelgrüne und glatte Oberfläche. Die untere Seite ist silbern und mit Härchen versehen (Foto 2, B). Die Blüten bestehen aus vier Kelchblättern, einer weißen Kronröhre und vier Kronlappen. Sie sind zwittrig und befinden sich an seitenständigen Rispen (Foto 2, B). Die Früchte sind rund, fleischig, unilokulär und enthalten 1 oder 2 Samen. Die Oliven sind fleischig, rundlich oder pflaumenförmig, zuerst grün, dann rot und im Reifestadium blauschwarz (Foto 2, A und C).

Die Pflanze wächst in allen südeuropäischen Ländern, im Mittelmeerraum bis zum Balkan, und wird dort auch angebaut.

Ihre Verwendung zu Heilzwecken geht weit zurück. Schon die antiken Kulturen des Mittelmeerraums (Ägypter, Juden, Griechen und Römer) schätzten den Baum.

Die historischen Zeugnisse der Verwendung der Pflanze unterstreichen, dass der Unterschied zwischen den Früchten und den Blättern schon in der Antike erkannt worden war. Ein Beispiel dafür ist die Beschreibung des Olivenbaum durch den Propheten Ezechiel; es handelt sich um die erste Pflanze, die in der Bibel als Heilpflanze bezeichnet wird.

“Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.” (Ez 47, 12)

Die Ägypter nutzten das Olivenöl nicht nur zu Nahrungszwecken, sondern auch bei der Mumifizierung der Pharaonen; in anderen antiken Kulturen, wie z. B. den Griechen, wurde der Olivenblätteraufguss im Volk als Heilmittel gegen Fieber verwendet. Im Laufe der Jahrhunderte geriet die Verwendung der Olivenblätter zu therapeutischen Zwecken jedoch immer mehr in Vergessenheit. Nur das Olivenöl wurde weiterhin genutzt.

In jüngerer Zeit wurden die Komponenten der Olivenblätter dann wieder deutlich aufgewertet. Die erste Erwähnung der medizinischen Verwendung in der Moderne geht auf das Jahr 1843 zurück, als Daniel Hanbury aus England die malaria- und fieberhemmende Wirkung eines Bitterstoffs angab, der „im Olivenblättertee vorhanden ist”. Diese Anmerkungen wurden 1854 im „Pharmacetical Journal“ wiedergegeben. Beigefügt waren Anweisungen und Dosierungen für die Zubereitung von „Olivenblättertee“. Einige Jahre später, im Jahr 1898, wurde im King’s American Dispensatory ein sehr konzentrierter Olivenblätterabsud als nützliches Heilmittel zur Regulierung der Körpertemperatur erwähnt. Im letzten Jahrhundert wurden die Wirkungen des Extrakts aus Olivenblättern dann sowohl an Tieren als auch an Menschen getestet und untersucht, um die in der Geschichte erwähnten Heileigenschaften zu prüfen.

Formel

Flüssiges Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis des Flüssigextraktes aus Olivenblättern und von Extrakten aus Aloe Vera, Birke und Ringelblumen.

ZUSAMMENSETZUNG VERHÄLTNIS ART

Olivenbaum (Olea europaea L.), Blätter 94% Flüssigextrakt

Aloe (Aloe Vera), Blätter 4% Spissum-Extrakt

Ringelblume (Calendula officinalis), Blüten 1%  Spissum-Extrakt

Birke (Betula pendula), Rinde 1% Spissum-Extrakt

Wirkstoffe des Phytokomplexes von Olivenblättern

D

Phytochemisch gesehen kann die Langlebigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Schäden durch Krankheitserreger auf den hohen Gehalt an Flavonoiden zurückgeführt werden, im Besonderen auf das Oleuropein. Oleuropein ist ein Molekül, das als wichtigster Wirkstoff des Extrakts gilt. Weitere Flavonoide, die in bedeutenden Mengen im Extrakt vorhanden sind, sind Rutin und Diosmin. Von Bedeutung sind zudem Triterpene, u.a. Oleanolsäure.

Der Phytokomplex der Olivenblätter ist einer der von der modernen Phytochemie am meisten untersuchten Komplexe, so dass der gesamte Fingerabdruck erstellt werden konnte.

Die Familien der enthaltenen Bestandteile sind:

  • Phenole  → Flavonoide → Iridoide Monoterpene:

6-O-Oleuropein-Saccharose, Ligstrosid, Oleurosid, Oleosid-7, 11-Dimethylether, Verbascosid, Oleosid, Oleosid-11-Metylether, Oleuropein, Excelsiosid, Ligustalosid B, Morronisid, Oleacein.

  • Phenole → Flavonoide → Iridoide Monoterpene ← Terpene:

    Oleuropein (6-9%), Hydroxytyrosol.

  • Phenole:

Tyrosol, Hydroxytyrosol, Vanillin, Vanillinsäure, Kaffeesäure, Chlorogensäure: trans-Zimtsäure, 4-Hydroxybenzoesäure, trans-4-Cumarin, ortho-Cumarin, Protocatechusäure, Ferulasäure.

  • Phenole → Flavonoide:

Luteolin-7-Glucosid, Apigenin-7-Glucosiddiosmetin-7-Glucosid, Apfelsäure, Weinsäure, Glycolsäure, Milchsäure; Oleosid, Steroleosid, Rutin Luteolin-4’-Glucosid, Luteolin, Olivin, Rutin, Apigenin und Derivate, Diosmetin.

  • Terpene → Triterpene:

Oleanolsäure 2-3%, Maslinsäure, Homo-Oleastranol Betulin, Alpha- und Beta-Amyrin, Uvaol Erythrodiol.

  • Terpene → Sesquiterpene:

Aromadendren, Eudesmin.

  • Enzyme:

Lipasen, Peroxidasen, Emulsin

  • Kohlenhydrate:

Glucose, Saccharose, Mannit.

  • Tannine:

Pyrogallol Tannin.

  • Cholin

  • Alkaloide:

Chinchonidin, Chinchonin.

  • Lignane:

(-)-Olivil-4’-Glucosid, (+)-Acetoxypinoresinol Derivate, Cycloolivil.

Das verwendete Extrakt aus Olivenblättern

Das Extrakt aus ausgewählten Olivenblättern wurde durch eine Fest-Flüssig-Extraktion gewonnen, die unter hohem Druck und bei niedrigen Temperaturen stattfindet. Dadurch können flüssige Extrakte gewonnen werden, in denen alle Komponenten des Phytokomplexes der Pflanze unverändert beibehalten werden.

Die verwendete Extraktionsart basiert auf der Adsorption durch die Kompression des Lösungsmittels auf dem zu extrahierenden Festkörper bei einem Druck von ca. 6-8 bar während eines bestimmten Zeitraums. Unmittelbar auf die Kompressionsphase folgt die Dekompression bei ca. 0,1-1 bar.

Durch das daraus resultierende Druckgefälle wird die Extraktionsflüssigkeit schnell aus dem Inneren des Festkörpers abgegeben; diese Flüssigkeit transportiert die extrahierbaren Bestandteile, die im Festkörper enthalten sind, mechanisch nach außen.

Ein Extraktionszyklus umfasst eine statische und eine dynamische Phase. 

Während der statischen Phase wird je nach Beschaffenheit des Festkörpers für eine bestimmte Zeit Druck erzeugt; in dieser Phase dringt die Flüssigkeit in den Festkörper ein und durchdringt alle hohlen Räume, die zwischen den Zellmembranen liegen.

Danach beginnt die dynamische Phase, die in zwei Teile gegliedert werden kann: Beim ersten wird ein negatives Druckgefälle zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Festkörpers geschaffen, das auch für den „Zieheffekt“ verantwortlich ist, während im zweiten Teil die Flüssigkeit erneut in das gesamte Gewebe zurückgedrängt wird, um Sättigungszonen mit den extrahierten Substanzen an der Oberfläche des Festkörpers zu verhindern.

Das Ulivìs-Extrakt wird mithilfe dieses Verfahrens gewonnen und unterscheidet sich von allen anderen, da sein phytochemisches Profil genau den Phytokomplex der frischen Olivenblätter wiedergibt. Diese Eigenschaft kann mithilfe anderer Verfahren nicht erreicht werden und sorgt für einen höheren Wirkungsgrad des Extrakts.

Prozessualität und Wärme

Eine weitere grundlegende Überlegung ist die Tatsache, dass wir von einer Substanz nicht nur die Elemente aufnehmen, aus denen sie besteht, sondern auch und noch viel mehr den „Prozess“, der sie prägt. Der Prozess, den die Substanz im Laufe ihrer Entstehung und Umwandlung durchläuft, kann weit wichtiger sein als ihre Eigenschaft als einzelnes, aus ihrem Kontext genommenes Molekül. Die Substanz trägt die Erinnerung an ihr Entstehen, ihr Wachstum, ihre Emanzipation, ihre Reife und ihre Funktion im Kontext, in dem sich sich entwickelt hat, in sich. So tragen Zuckermoleküle, die aus Rüben, aus Zuckerrohr oder aus Bienenhonig gewonnen wurde, ganz unterschiedliche Botschaften und funktionelle Wirkungen in sich. Oleuropein oder Polyphenole aus Olivenbäumen tragen somit ganz andere Prozess-Botschaften in sich als die von anderen Pflanzen.

Der Olivenbaum eignet sich bestens zu phänomenologischen Überlegungen in Bezug auf seine Prozessualität. Und auch hier steht der Olivenbaum für einzigartige und bedeutende Lebensprozesse. Die Anmut seiner belaubten Krone im Gegensatz zu den engergiegeladenen physischen Eigenschaften seines Stammes und die Kargheit der abweisenden Erde, in der der Baum wächst, hinterlassen im Olivenbaum eine wichtige Botschaft, die in der Heilkraft seiner Derivate übertragen wird. Die Substanzen der Olivenblätter tragen eine Botschaft in sich, die von Leichtigkeit, Helligkeit und Lebendigkeit spricht – selbst in schwierigen und verhärteten Situationen und bei Stress. Die Kraft dieses Baums, in Grenzsituationen zu wachsen und den Widrigkeiten des Wetters über lange Zeit standzuhalten, zeigt sich in der Hartnäckigkeit, mit der sich seine Wurzeln in der Erde verankern, in den knorrigen und verrenkten Formen seines Stammes und in der Explosion seiner Lebenskraft, wenn die Blätter kommen und mit der Luft, dem Licht und der Wärme der Umwelt kommunizieren. In diesen Prozessen werden die Grundlagen für die spätere Wirkung der Phytamine auf die Gesundheit gelegt. Wissenschaftler aus der ganzen Welt (siehe Bibliographie) bestätigen diese Wirkungen als Spiegel und Echo des „Prozesses“ der phänomeologischen Erscheinung der Pflanze. Das Pflanzenextrakt aus Olivenblättern gilt als starkes Antioxidationsmittel, als Mittel gegen freie Radikale, Antisklerose- und Antiaging-Mittel, es wirkt positiv auf den Kreislauf und beugt der Bildung von pathologischen Ablagerungen im Organismus vor. Olivenblätter tragen durch ihre ausgleichende Rolle im Bezug auf die Pflanze in ihrer Gesamtheit das wichtigste Lebenszeichen in sich: die Verjüngung, Frische und Leichtigkeit im Gegensatz zu dem, was vom Vergehen der Zeit geprägt ist, zur Härte neigt und älter wird. Die Haupteigenschaft der Pflanze ist wichtiger als ihre einzelnen isolierten Substanzen. Mit anderen Worten ist der Prozess der Leichtigkeit und des Lichts für die Bildung und die Ansammlung spezifischer Substanzen in den Olivenblättern verantwortlich. So gesehen, bildet dieses dünne und zarte Element der Pflanze die Basis für ein so konkretes Zeichen wie die Produktion von Substanzen.

Eine weitere wichtige Überlegung ist, dass die Vielfalt der in den Blättern enthaltenen Stoffe (siehe unten) einen Komplex aus Molekülen mit ausgleichender Wirkung bilden, der nicht polar oder einseitig wirkt wie eine einzelne Substanz. Der der aus den Blättern gewonnene Saft bildet nämlich eine Miteinander von Substanzen, die in ihrer Gesamtheit eine wohltuende und heilsame Symphonie ergeben. Die einzelnen Substanzen aus dem organischen Komplex können hingegen mit dem Klang einzelner Instrumente verglichen werden, wie z. B. mit einem Fagott oder einer Trompete, die sich in die Gesamtheit und die Harmonie des gesamten Orchesters einfügen.

Der heutige pharmakologische Ansatz bei Krankheiten basiert hauptsächlich auf der Anwendung von einzelnen Arzneimitteln, die mit ihrer polaren Wirkung gezielt gegen eine bestimmte Krankheit eingesetzt werden. Diese einseitige und unausgeglichene Wirkung des Medikaments führt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten. Die natürliche Methode basiert hingegen auf einer anderen Philosophie: Es geht um eine Methode, die nicht in erster Linie die Krankheit behandelt, sondern für den allgemeinen Gesundheitszustand des Organismus sorgt und diesen aufrechterhält. Die Gesamtheit der unzähligen Stoffe, die im Extrakt der Olivenblätter enthalten ist, trägt eine Potentialität von Kräften und von Prozessualität in sich, die mit ihren Funktionen zur Verjüngung, Erfrischung, Erleichterung und Gesundheitsentwicklung auf die salutogenetische Gesamtwirkung auf den Organismus abzielt.

Der Olivenbaum und die Wärme

Untersucht man diese faszinierende Pflanze und ihre Prozesse weiter, so ergibt sich eine interessante Dynamik zwischen der Pflanze und der „Wärme“. Der Olivenbaum lebt in der Wärme, speichert Wärme und steht für Wärme. Er ist dazu geschaffen, die Wärme der Sonne, der Luft und der Erde in sich und in seinen Bestandteilen einzuschließen. Auch wenn der Stamm einerseits so aussieht, als sei er durch das Feuer vertrocknet und verbrannt, so konzentriert sich die Wärme andererseits im Öl, das in den Früchten enthalten ist. Zwischen diesen beiden Polen leben die Blätter in einem Gleichgewicht der Wärme. Hier kommt ein sanfter Lufteffekt zum Ausdruck, der mit der Umwelt kommuniziert und den Weg hin zum Elan und zur Weite weist. Die gesamte Pflanze nimmt die Wärmeprozesse auf und teilt sie gesund und weise ein. Die Blätter eignen sich dabei besonders gut für die doppelte Funktion der Wärmespeicherung und – abgabe, was in einem dynamischen Dialog erfolgt.

Was die menschlichen Krankheiten betrifft, können diese in zwei große Kategorien eingeteilt werden: auf der einen Seite die degenerativen oder sklerotischen Erkrankungen, wo es gewöhnlich zu „Ablagerungenv oder „Verhärtungen“ mit einer übermäßigen Strukturierung des Gewebes kommt (und oft mit einem Absinken der Basaltemperatur einhergeht), und auf der anderen Seite entzündliche Erkrankungen, bei denen es zu einer „Auflösung“ und einer „Chaotisierung“ des Gewebes mit Formverlust (und Erhöhung der Körpertemperatur) kommt. Durch die Einnahme des Extrakts und durch die in den Olivenblättern enthaltenen Stoffe kann das Gleichgewicht der physiologischen Wärmeprozesse kontrolliert und wiederhergestellt werden. In seiner Gesamtheit fördert der Phytokomplex die Langlebigkeit, weil er für ein angemessenes Gleichgewicht im menschlichen Organismus sorgt – zwischen der Abgabe übermäßiger Wärme (entzündungshemmende Wirkung) und der Erwärmung von Stellen, die zur Verhärtung und zu Ablagerungen neigen (antisklerotische Wirkung).

Zusammensetzung von Ulivìs

ULIVÌS ist ein Produkt auf der Basis eines konzentrierten Extrakts aus Olivenblättern (Olea Europaea) in wässriger Lösung (94%); es enthält zudem Extrakte aus Calendula Officinalis (Ringelblumenblüten), Aloe Vera (aus den Blättern gewonnenes Gel) und Betula Pubescens (Birkenrinde).

Die Extraktion der Wirkstoffe erfolgt auf natürliche Weise ohne Hitzeeinwirkung; zudem werden keine chemischen Lösungsmittel verwendet. Dies schont die Pflanze und bewahrt ihre wichtigen Pflanzenstoffe.

ULIVÌS verkörpert den natürlichen Reichtum der traditionellen Pflanzenheilkunde, enthält besonders viele Polyphenole, ist völlig naturbelassen und nicht toxisch. Die Wirksamkeit von Olivenblättern ist seit der Antike empirisch nachgewiesen.

Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung der Pflanzenstoffe, wobei besonders auf den Olivenbaum Bezug genommen wird – angefangen von den historischen Aspekten bis hin zu den Ergebnissen jüngster wissenschaftlicher Untersuchungen.

Olea Europaea: der Olivenbaum – ein Baum mit vielfältiger Wirkung auf die Gesundheit

Der Olivenbaum hat mit seiner Wärme und seiner Langlebigkeit die Menschheitsgeschichte in den Ländern der gemäßigten Klimazone und ganz besonders das Leben der Mittelmeervölker geprägt. Schon in der Bibel und in der Literatur sind zahlreiche Belege vorhanden, die von der Bedeutung des Olivenbaums zeugen: angefangen von der Verbindung zur göttlichen Sphäre bis hin zu seiner vielfältigen Heilwirkung. Viel mehr als bei jeder anderen Pflanze wurden diese Werte über Jahrhunderte hinweg bis heute überliefert. Die unbestreitbaren Ergebnisse jüngster wissenschaftlicher Studien bestätigen und bekräftigen die salutogenetischen Eigenschaften des Olivenbaums.

Im Folgenden möchten wir Ihnen den Olivenbaum in Bildern näherbringen, die seine Identität auf der ganzen Welt prägen. Diese phänomenologische Betrachtung gibt uns Auskunft über sein Aussehen, sein Wachstum, seine Verwandlungen und Metamorphosen. Dabei folgen wir dem Beispiel Goethes, der uns durch seine spezielle wissenschaftliche Art und Weise, die Natur und den Menschen durch Bilder zu begreifen, lehrt, die besondere innere Sprache der Pflanzen kennen zu lernen.

(J. W. von Goethe; Die Metamorphose der Pflanzen)

Der Olivenbaum gehört zu der Familie der Ölbaumgewächse (Oliaceae), zu denen auch zahlreiche andere Arten, wie Eschen, Flieder, Forsythien und Jasmin, gehören. Unter diesen Arten stellt der Olivenbaum mit seiner ruhigen Besonnenheit und seinen wertvollen Früchten mit gesundheitsfördernder Wirkung den Archetyp dar.

(Wilhelm Pelikan; Heilpflanzenkunde)

Einem Olivenbaum sollte man mit Respekt entgegentreten, denn es handelt sich nicht einfach nur um eine Pflanze, die angebaut wird und Nahrung spendet, sondern der Olivenbaum ist auch eine Heilpflanze und trägt die Substanzen für die Zeremonien der Königs- oder Priesterweihe. Der Olivenbaum ist selbst ein Patriarch unter den Bäumen; im Olivenhain wird sein Schatten von einem silbernen oder goldenen Licht durchbrochen. Dort ist derselbe Friede und dieselbe festliche Ruhe zu spüren wie an einem Wallfahrtsort. Die Mittelmeerländer, die den Olivenbaum als erstes angebaut haben, hielten ihn für ein besonderes Geschenk der Götter; genauer gesagt waren sie der Überzeugung, der Baum sei eine Gabe der Göttin Athene. Für diese Völker wäre es also einem Sakrileg gleichgekommen, wenn man einen solchen Baum gefällt hätte.

Der Olivenbaum schlägt auch an schwierigen und widrigen Stellen Wurzeln und behauptet sich durch die Freisetzung von gewaltigen Lebenskräften gegen die trockene und steinige Erde. Er bevorzugt Hügel und sonnige Hänge. Seine Wurzeln und sein Stamm enthalten unzählige „schlafende“ Knospen, die zu Trieben reifen und mit einem Mal grün werden können. Im Alter kann der Stamm auseinanderbrechen und in verschiedene Teile zersplittern, wodurch sein Aussehen oft mehr einer Felsenruine gleicht als einer Pflanze. Aus seiner felsigen Rinde treiben dann unerwarteterweise grüne Zweige, jung und frisch; dadurch sind auch  jahrhundertealte Bäume genauso empfänglich für den Ruf der wärmenden Frühlingssonne.

Der ganze Baum ähnelt einem Erdfragment. Um dies zu erkennen, braucht man sich nur einen alten Olivenbaum ansehen. Dieser so erdverbundene Baum ist aber offen für das Licht und für die Wärme des Kosmos.

Der Olivenbaum hat sich nicht nur für das Licht und die helle Wärme des durch das Meer gemäßigten Klimas der Mittelmeerländer entschieden, sondern zeigt durch die Verzweigungen seiner Krone und durch sein Laub aus zitternden, spitz zulaufenden, sowie beständigen, schmalen und grau-grünen Blättern mit silberner Unterseite auch Größe und Erhabenheit. Der Olivenbaum erschafft sich sein eigenes Mikroklima aus Licht und Wärme, mit dem er den Beobachter durchdringt und ihn zur Kontemplation einlädt. Denn wie durch Zauber ist der Olivenbaum dazu fähig, Schatten, Feuchtigkeit und Dunkelheit von sich fernzuhalten. Das zeigt sich sogar in der Farbe seines Stammes, die zwischen grau und grün changiert.

Die kleinen Blüten sind zart und weisen eine weiß-gelbliche Farbe auf. Gegen April-Mai blühen sie in Blütenständen in den Achseln der Blätter und verströmen einen leichten Duft. Die Früchte, die Oliven, reifen sehr langsam heran. Erst im späten Herbst oder sogar erst im kalten Winter sind die Früchte dann erntereif. Der Baum steckt alle seine Kräfte in die Früchte und hört gleich nach Erscheinen der ersten Oliven auf, neu auszutreiben. Was die Esche für ihr Wachstum in die Höhe verbraucht oder der Jasmin für seinen Duft, bewahrt und behält der Olivenbaum in seinem Inneren zurück: Das ist auch der Grund, warum er so alt werden kann, denn er schützt und hält den neuen und unerwarteten Lebens- und Energieschub in sich zurück. Noch heute stehen im Garten von Getsemani wahrscheinlich einige der Olivenbäume, unter denen Jesus Christus wandelte und vor seiner Passion verweilte. Der Olivenbaum ist eine Pflanze, die sich mehr als alle anderen Pflanzen zur Ölgewinnung eignet. Das Öl kann mit Mohn-, Haselnuss-, Sesam-, Kürbiskern-, Leinsamen-, Sonnenblumen- und Erdnussöl verglichen werden. Das Element Wasser bringt die Pflanze zum Treiben, d. h. es sorgt dafür, dass sie von der „übersinnlichen” Sphäre in die reelle Welt, vom Immateriellen zum „sinnlich wahrnehmbaren Zeichen“ übergeht. Doch es ist das Öl, mit dem die Pflanze ihren Lebenszyklus beendet und die Welt der wahrnehmbaren Zeichen verlässt, um in die Welt des Seins zurückzukehren. Alle Pflanzen mit Samen oder Kernen enthalten in ihren Keimen Öl. Viele Pflanzen gehen sogar noch weiter und enthalten nicht nur in ihren Keimen, sondern im ganzen Samen oder Kern Öl. Einige Pflanzen erreichen dabei die Grenze des Möglichen und machen die gesamte Frucht ölhaltig, wie es auch beim Olivenbaum, dem König der Ölbaumgewächse, der Fall ist. Allgemein kann man sagen, dass der Beginn des Frühjahrswachstums unter dem Zeichen des Wassers und die Reife im Herbst unter dem des Öls steht.

Ein anderes Bild vom Baum bekommt man, wenn man die Auswirkungen der Wärme auf die Pflanze untersucht. Diese kalorische Aktivität zieht sich durch alle Phasen der Pflanzenentwicklung, allerdings immer von außen her, denn die Pflanze kann sich nicht selbst von innen her thermisch anpassen. Die Auswirkungen der kosmischen Wärme auf das Leben der Pflanze erfolgen schrittweise. Schon damit die Pflanze austreibt, ist eine gewisse Wärme nötig, die sich die Erde und das Wasser teilen müssen, um den Prozess anzukurbeln und zu beschleunigen. Im oberen Bereich der Blätter, wo sich die Luft durch die kosmische Kraft des Lichts mit  dem Wasser verbindet, trägt die Wärme gemeinsam mit dem Licht und der Luft zum Lebensprozess der Pflanze bei; der Lebensprozess fördert und beschleunigt wiederum die Aufnahmeprozesse. Dennoch finden sich in dieser so feinen Substanzialität der Luft, die sich der Schwerkraft weitestgehend entzieht und von außen in die Organisation der Pflanze eindringt, Fliehkräfte, die im Gegensatz zur Erde und zum Wasser stehen. Hier entstehen unter der Wirkung der Wärme „feurige und flüchtige” Aromastoffe: die so genannten ätherischen Öle. Bei ihrer Bildung spielt die „feurigste“ Art von Luft eine besondere Rolle: der wohlbekannte, mit der Wärme verbundene Wasserstoff.

Das pflanzliche Leben schwankt ständig zwischen zwei Polen: dem Werden und dem Sich-Auflösen. Wie für das Wasser gelten auch hier Goethes Worte: „Zum Himmel steigt es, Und wieder nieder. Zur Erde muß es, Ewig wechselnd.” Die Elemente Kohlenstoff und Sauerstoff helfen ihm bei seinem Niedersteigen, bei seiner Eingliederung in die physische Welt; der Wasserstoff ist ihm hingegen bei seiner Auflösung und seinem Steigen behilflich und zwar durch die Wärmeprozesse, die von außen kommen. Die Wärme führt in die kosmische Dimension, zurück ins Urchaos.

Es entspricht der Natur, dass es genau dort zur stärksten Ausprägung der ätherischen Öle kommt, wo ein wärmeres Klima vorherrscht, wie z. B. im Mittelmeerraum. Wenn man es mit einem Aphorismus ausdrücken möchte, könnte man das Öl als „Materie gewordene Wärme” bezeichnen und die ätherischen Öle als „Wärme gewordene Materie”. Doch warum sind ätherische Öle so flüchtig und fette Öle nicht? Erstere tendieren zur Begegnung mit der kosmischen Sphäre, letztere hingegen finden in der Pflanze selbst ihr kosmisches Gebiet.

Im rhythmischen Spiel zwischen dem Sich-Erweitern und dem Sich-Zusammenziehen, in dem die einzelnen Teile der Pflanze entstehen, gehört die Bildung der ätherischen Öle zur Phase des Sich-Erweiterns, also zum Teil der Blüte, während die fetten Öle zum Teil der Konzentration auf Früchte und Triebe gehören. Das Ziel der ätherischen Öle ist die Verteilung der Wärme im Kosmos, das der fetten Öle ist die Verdichtung der Wärme der Erde in sich selbst. Zwischen diesen zwei Polen spielt das Blatt eine zentrale und ausgleichende Mittlerrolle. Denn der ursprüngliche und grundlegende Prozess, der hier stattfindet, ist die Bildung von Kohlenhydraten in Form von Stärke. Stärke, Kohlenhydrate oder Zucker stellen beim Menschen das grundlegende Element dar, auf dem das Ich und somit das Bewusstsein beruht. Schon ein geringe Blutzuckerschwankung beeinflusst das Bewusstsein des Menschen augenblicklich und ruft Benommenheit hervor. Man kann also sagen, dass die Olivenblätter ein zentrales und ausgleichendes Bindeglied darstellen zwischen den ätherischen Ölen der Blüten und dem Öl der Früchte. Die in den Blättern enthaltene Stärke verkörpert die Kondensation des Wassers der Erde und des Kohlenstoffs der Luft mithilfe des Lichts des Kosmos in ein perfektes Gleichgewicht der Kräfte des Kosmos und der Erde.

Die Stärke wird zur grundlegenden Struktur des Kohlenstoffs in der Pflanze und übernimmt die wichtigste Cellulose-Rolle (Kohlenhydrat), während sich der Zucker (Polysaccharide) in den Lymphen befindet, die das Blatt durchziehen und versorgen. In den Kohlenhydraten sind – wie im Wasser, dem universellen Lebenselement, das sowohl für den Kosmos als auch für die Erde so empfänglich ist – Wasserstoff und Sauerstoff im Verhältnis 2:1 miteinander verbunden. In diesem Dialog und Gleichgewicht zwischen Licht und Substanz finden die heilsamen Phytamine der Pflanze ihren besonderen Ausdruck. Aus diesem Grund wurde der Olivenbaum schon in der Antike verwendet und findet auch heute noch vielfache Anwendung. Der Wert seiner Symbolik und seines großen Potentials als Heilpflanze ist dabei in all den Jahrhunderten unverändert geblieben.